Brama 11 Das Gesicht einer Stadt oder eines Stadtteils entsteht aus dem Zusammenspiel von Architektur und den Menschen, die dort leben und arbeiten. Während meines Aufenthalts in Gdańsk/Polen habe ich die Bewohner aus dem Stadtteil Dolne Miasto zu einer Portraitserie im seit Jahren stillgelegten Straßenbahndepot eingeladen - einem Ort, der einst ein Ausgangspunkt für Bewegung war und die Bewohner verband. Nach der Schließung der Straßenbahnlinie steht das Depot heute exemplarisch für die städte-bauliche Stagnation, die seit dem 2. Weltkrieg stattgefunden hat. In den nächsten Jahren wird Dolne Miasto Teil eines Revitalisierungsprogramms sein, durch das sich das Gesicht des Stadtteils verändern wird. Meine Portraitphotos halten einen Zwischenzustand fest.
In Portrait- und Ganzkörper-Aufnahmen fällt auf die Portraitierten durch die halb abgedunkelten Oberlichter und das geöffnete Tor Nummer 11 (polnisch: Brama 11) des Straßenbahndepots natürliches Licht. Der Fokus liegt hierbei auf den Personen – die Umgebung des Tram-Depots verschwindet an manchen Stellen ins Dunkle. Die Bilder scheinen, als würde jemand vorsichtig eine Tür oder ein Fenster öffnen, um so hinter die Hauswände von Dolne Miasto zu schauen. Zu entdecken gibt es eine Vielfalt unterschiedlicher Bewohner.
Während NARRACJE - installations and interventions in public space wurde die Serie als Teil des NARRACJE Picture Projects im Herbst 2011 als Wandprojektion im Kircheninnenhof in Dolne Miasto/Gdańsk gezeigt.







